Verlängerung der Widerrufsfrist auf 1. Monat zulässig.

Das OLG Frankfurt am hat mit Beschluss vom 07.05.2015, Az. 6 W 42/15 entschieden, dass eine Abweichung vom gesetzlichen Muster der Widerrufsbelehrung zulässig ist, wenn die Änderung zu Gunsten des Verbrauchers ausfällt.

In dem Verfahren wandte sich ein Onlinehändler gegen einen Konkurrenten, der dem Kunden ein 1 monatiges Widerrufsrecht „aus Kulanz“ gewährte. Die Widerrufsfrist wurde damit von 14 Tagen auf einen Monat verlängert. Der Antragssteller, der gegen die Verlängerung vorging, sah hierin einen Wettbewerbsverstoß, da vom gesetzlichen Muster der Widerrufsbelehrung abgewichen wird.

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Das Gericht entschied kundenfreundlich und gelangt zu dem Ergebnis, dass eine Abweichung vom gesetzlichen Muster zulässig ist, wenn die Frist zu Gunsten des Verbrauchers verlängert wird. Diese Abweichung ist dann aber auch bindend für den Nutzer der Widerrufsbelehrung: eine Reduzierung der Frist kann dann nicht mehr vorgenommen werden.

Für Händler bedeutet dies, dass Sie den Kunden eine Verlängerung des Widerrufsrechts einräumen können und sich damit von Mitbewerbern positiv abheben können.